Züchterbrief 04. Mai 2020

MaWe Bange W50 0600Züchterbrief des 1. Vorsitzenden vom 04. Mai 2020

Werte Züchterinnen und Züchter,

wie Sie bereits durch diverse Veröffentlichungen z.B. durch meine Pressemitteilung, durch verschiedene Facebook Beiträge und auch durch Züchteransprachen von anderen Vorstandsmitgliedern erfahren haben, hat sich der Vorstand mehrheitlich für eine Beendigung der Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Zuchtleiter Herrn Hans-Willy Kusserow ausgesprochen. Die Zusammenarbeit wird zum 15.Mai 2020 beendet.
Hintergrund sind erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen dem ZL als Angestellten der Landwirtschaftskammer (LWK) Rheinland-Pfalz, der LWK und dem Verbandsvorstand über die Arbeitsführung, die zeitliche Verfügbarkeit, die Wahrnehmung von Terminen und die Zusammenarbeit mit den Verbandsmitarbeiterinnen des PRPS. Diese Situation hat bereits zu einer Kündigung einer Mitarbeiterin geführt und eine weitere Kündigung zeichnet sich bereits ab, sodass u.U. bereits in diesem Monat die Geschäftsstelle nur noch mit unserer Buchhalterin besetzt gewesen wäre.
Nun haben in den letzten Monaten mehrfach Beratungen und Vorstandssitzungen stattgefunden, die von dieser Thematik bestimmt waren. Erneuerungen in der Handhabung der Fohlenregistrierung, effektive Verbesserungen der Arbeitsabläufe, Vermeidung von Doppelarbeit, Minimierung der Reibungsverluste und Schaffung eines positiven Betriebsklimas für alle Beteiligten waren immer wieder Gegenstand von Sitzungen und Gesprächen in Arbeitsgruppen mit allen beteiligten Personen.
Auch die Nichtbeantwortung von direkten Anschreiben meinerseits an Herrn Kusserow sowie an die Spitze der Landwirtschaftskammer signalisierten, dass eine grundsätzliche Verbesserung der gesamten Situation nicht zu erwarten ist. Intensive Gespräche und Diskussionen im Vorstand brachten keine einheitliche Bewertung und Zukunftsperspektive. Die Aussage des Direktors der Landwirtschaftskammer, dass für den LWK Mitarbeiter Kusserow genügend Arbeitsvolumen bei der LWK vorhanden ist, trug letztlich zum Ergebnis einer Beendigung der Zusammenarbeit bei. Herr Kusserow wird den Pferdehaltern und -züchtern über seine Tätigkeit als Ressortbeauftragter für den Bereich Pferd in Rheinland-Pfalz erhalten bleiben. Ebenfalls in der Ausbildung der Pferdewirte sowie der Vorbereitung der Aspiranten auf die Prüfung als Pferdewirtschaftsmeister.
Verständlicherweise ruft diese Entscheidung des Vorstandes, die mehrheitlich getroffen wurde, bei vielen Mitgliedern des PRPS Unverständnis hervor. Das wird in den bekannten öffentlichen Meinungsäußerungen sehr deutlich, denn die Beliebtheit von Herrn Kusserow, bei weiten Teilen der Züchterschaft, ist auch den Entscheidungsträgern wohl bewusst.   Leider hat sich das Vertrauensverhältnis in den letzten drei Jahren nach der einseitigen Aufkündigung der Geschäftsführertätigkeit und der Zuchtleitung, ohne Rücksprache mit dem Vorstand durch Herrn Kusserow, nicht positiv entwickelt.
Durch die Vorsprache des ersten und zweiten Vorsitzenden bei der LWK, konnte die Aufgabe der Zuchtleitung abgewendet werden.
Es liegt mir vollständig fern, hier weitere Details zu verbreiten. Das belastete Arbeitsklima in der Geschäftsstelle war letztlich der ausschlaggebende Grund für diese Entscheidung. Fakt ist, dass zwei Vorstandsmitglieder, der eine entschuldigt, der andere unentschuldigt, an der vorausgehenden Diskussion und der Entscheidung in der Vorstandssitzung am 24.04.2020 nicht teilgenommen haben. Sie hatten schriftlich ihre Meinung kundgetan, wobei uns eines der beiden Schriftstücke vor der Sitzung bekannt war und verlesen wurde, dass andere erst während der Sitzung versendet worden ist und am folgenden Morgen im Mailkasten des Vors. entdeckt wurde.
Das bereits zwei Tage nach dieser Entscheidung Einzelheiten der Abstimmung im Vorstand erzählt worden sind und dann breit in die Öffentlichkeit getragen wurden, erfüllt mich mit großer Sorge und einem gewissen Scham, wie einzelne Ehrenamtler im Verband ihre Aufgabe wahrnehmen und verstehen. Das augenblickliche Kontaktverbot, aufgrund der Corona-Krise, lässt größere Versammlungen und Tagungen z.Z. nicht zu.
Da, wie oben bereits erwähnt, die Weiterarbeit der Geschäftsstelle gefährdet war, konnte diese Entscheidung nicht vertagt werden und musste in Verantwortung, um den Verband schnellst möglich entschieden werden. Die Verantwortung gilt, solange der gewählte Vorstand im Amt ist.
Die Beendigung seiner Tätigkeit als Zuchtleiter im PRPS nach 20 Jahren war und ist keine einfache Entscheidung gewesen und ein Gefühl der Bedrückung bleibt bei jedem Einzelnen zurück. Daher habe ich Hans-Willy Kusserow an dieser Stelle für seine mit Passion durchgeführte Arbeit für die Züchterinnen und Züchter in Rheinland-Pfalz-Saar herzlich zu danken. Große Veränderungen standen in diesen Jahren in der Pferdezucht weltweit an. Die Entwicklung in unserem Verband blieb davon keineswegs unberührt und hat tiefe Spuren hinterlassen. Die Situation des Augenblicks forderte seit jeher auch unpopuläre Entscheidungen. Für diese Tatkraft danke ich Herrn Kusserow im Namen aller Züchterinnen und Züchter.
Eines darf ich Ihnen, verehrte Mitglieder, auf jeden Fall versichern, dass der Vorstand und ich als Vorsitzender bemüht sind eine schnelle Anschlussregelung zu finden. Diese ist als Übergangsregelung zu sehen. Der Beschluss bindet ausdrücklich eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner, dem Pferdezuchtverband Baden-Württemberg mit ein. Hier sind Gespräche und Telefonate mit dem 1. und 2. Vorsitzenden und dem Geschäftsführer geführt worden. Es ist der Wunsch dieser Herren, dass die Selbstständigkeit des PRPS gem. Delegiertenbeschluss erhalten werden muss.
Da der Name der Kandidatin bereits, entgegen meiner Bitte, in die Öffentlichkeit getragen wurde, möchte ich hier keine Unklarheit aufkommen lassen. Die Dame ist unsere Delegierte Gita Zühlsdorf, Jahrgang 1954, steht wenige Wochen vor ihrer Pensionierung, hat ihr Diplom über angeborene und erworbene Ataxie beim Pferd abgelegt, besitzt das 2. Staatsexamen und ist Beamtin im hessischen Staatsdienst Landwirtschaft und unterrichtet seit Jahrzehnten die Pferdewirte in der Berufsschule in Oberursel. Sie betrieb in früheren Jahren eine kleine Hengsthaltung und tritt als Züchterin von mehreren international erfolgreichen Pferden hervor.
Aushängeschild ihrer Zucht ist „Shamwari“ der mit Ludwig Svennerstal für Schweden mit der Mannschaft Vizeeuropameister und 10. in der Einzelwertung bei der Vielseitigkeits-EM war und bei Olympia in London mit der Mannschaft 4. wurde. Mit dem Australier Boyd Martin wurde „Shamwari“ 3. in der 4-Sterne Vielseitigkeit in Luhmühlen.
Hier möge jeder erkennen, dass Gita Zühlsdorf eine Pferdefrau „durch und durch“ ist. Wir sind mit ihr in guten Gesprächen und hoffen, als bald eine Entscheidung mit den amtlichen Stellen erreichen zu können. Die notwendigen Unterlagen liegen bereits zur Prüfung bei der zuständigen Behörde vor.
Aktuell bewegt uns natürlich auch die Corona Pandemie, die unsere Pläne jeder Art über den Haufen wirft. Alle Termine liegen erstmal auf Eis. An Fohlenauktionen ist im Moment nicht zu denken. Das Turnier in Nördlingen mit den Championaten und der Elitefohlenauktion sind ebenso abgesagt, wie in Liederbach. Die Fohlenauktion in Viernheim ist auf den 22. August 2020 verschoben und vielleicht gelingt eine Auktion in Da.-Kranichstein unter strengen Hygienemaßnahmen.
In der AGS/SPV wird intensiv an Maßnahmen gearbeitet, die der augenblicklichen allgemeinen Situation angepasst sind.
Für den 27.05. ist, auf dem nahe an unserer Landesgrenze liegenden Burghof von Fam. Brodhecker im südhessischen Riedstadt, ein Videotermin für verkäufliche Fohlen in Vorbereitung. Die PRPS Züchter sind zu diesem Termin mit ihren Fohlen nach vorheriger Anmeldung zugelassen.
Fritz Fleischmann in Zusammenarbeit mit Norbert Freistedt aus B.-W. und einem süddeutschen Videoteam wollen dort Fohlen sichten und Videos erstellen, die dann auch über unsere Verbands-Homepage angeboten werden können. In Planung sind auch zwei oder drei Videotermine in unserem Verbandsgebiet, um unabhängig von den größeren SPV-Internet-Auktionen, individuell Fohlen direkt von unseren Züchter/innen auf unserer Homepage anbieten zu können. Hier wäre ein Terminvorschlag am Samstag, den 13.06.2020. Über die Entwicklung auf diesem Gebiet halten wir Sie über unsere Homepage auf dem Laufenden. Dieses sind erste Schritte zu einer Vertiefung der Kooperation mit dem PZV Baden-Württemberg. Ein weiterer Schritt ist die Verlinkung einer Seite mit Verkaufspferden und -fohlen auf unserer Homepage
Bitte richten Sie sich, liebe Züchterinnen und Züchter darauf ein, dass in diesem Jahr die Fohlenprämierungstermine nicht stattfinden können. Melden Sie Ihre Fohlen rechtzeitig und zügig zur Registrierung in der Geschäftsstelle an, um entsprechend Hoftermine planen zu können oder lassen Sie Ihre Fohlen mit dem neuen Registrierungsset vom Tierarzt chippen.
Die Stuteneintragungstermine sind noch in Beratung. Möglich wären zentrale Termine für die 3- und vierjährigen Stuten ohne Fohlen bei Fuß an geeigneten Standorten.
Wenn es ordnungsrechtlich möglich sein sollte, die Elitestutenschau und das Fohlen-
championat am 15./16.August in Zweibrücken durchzuführen, müssten dafür die Eintragungsmöglichkeiten aktuell angepasst werden.
Wie Sie sehen, arbeiten wir intensiv an Möglichkeiten Ihnen in diesen schwierigen Zeit zu helfen. Sowohl in der Organisation, in der Bearbeitung und in der Vermarktung versuchen wir Wege zu finden, die der Arbeit eines Zuchtverbandes gerecht werden.

Ihr   KH Bange
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