Züchterbrief Oktober 2018

Sehr geehrte Mitglieder des Pferdezuchtverbandes Rheinland-Pfalz-Saar,
werte ZücMaWe Bange W50 0600hterinnen und Züchter,

zunächst möchte ich Sie herzlich einladen, die Vorauswahl zu den Hengsttagen des Deutschen Sportpferdes am 31.10.2018 im Landgestüt Zweibrücken zu besuchen. 23 Junghengste mit ausgesprochen prominenten Abstammungen aus allen deutschen Zuchtgebieten bewerben sich um die begehrte Zulassung für München im Januar 2019. Nicht minder qualitätsvoll sind die 27 Hengste, die sich einen Tag später, am 01.11.2018, anlässlich des Goldenen Herbstes im Landgestüt, um ein positives Körurteil bewerben.

 Es ist uns in diesem Jahr mit vereinten Kräften gelungen, ein für den Körstandort Zweibrücken zahlenmäßig gutes Lot an 2 – und 3jährigen Hengsten zu gewinnen. Auch hier sind auf der Vater- wie auf der Muttervaterseite internationale Topvererber vertreten. Es wäre schön, wenn Sie dieser, für die Zucht des Deutschen Sportpferdes wichtigen Körveranstaltung, mit Ihrem Besuch einen würdigen Rahmen geben würden.
 
Die Zucht des Deutschen Sportpferdes, zu der sich die süddeutschen Zuchtverbände 2013 zusammengeschlossen haben, erlebt in diesem Herbst einen wahren sportlichen Höhenflug. Mit dem Titelgewinn von DSP Alice mit Simone Blum bei den Weltmeisterschaften im September bei den Springreitern, dem Titelgewinn von Sammy Davis Jun. mit Dorothee Schneider in der Mannschaftsdressur und weiteren WM Titeln im Voltigieren sowie dem Erreichen von mehreren Medaillenrängen, avancierte die Zucht des Deutschen Sportpferdes zum erfolgreichsten Verband dieser Weltmeisterschaft.
 
Am vergangenen Wochenende kam ein weiterer WM Titelgewinn bei den 7jährigen Vielseitigkeitspferden hinzu. Ingrid Klimke siegte mit Asha P bei den Titelkämpfen im französischen Lion d´ Angers. Sowohl DSP Alice als auch Asha P stammen von dem Vererber Askari ab. Wahrlich Erfolge, auf die alle DSP Züchterinnen und Züchter stolz sein können.
 
In unserer Geschäftsstelle haben neue Mitarbeiterinnen die Arbeit aufgenommen. Nach dem Ausscheiden unserer Buchhalterin Frau Zymbalow wurde diese Stelle wenige Tage später mit Frau Ursula Rus neu besetzt. Mit Unterstützung von Frau Zymbalow konnte Frau Rus inzwischen gut in dieses Aufgabenfeld eingearbeitet werden.
 
Am 01.10. hat Frau Heike Christmann ihren Dienst in der Geschäftsstelle als Mitarbeiterin in der Stutbuchabteilung angetreten. Frau Christmann ist naturgemäß jetzt noch in der Einarbeitungsphase. Da sie selbst Pferdebesitzerin ist, wird sie sich in dieses Arbeitsfeld sicher schnell einarbeiten, auch wenn die Aufgaben sehr speziell sind.
 
 
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird in den nächsten Tagen eine junge Dame das Geschäftstellenpersonal als künftige Geschäftsführerin vervollständigen. Da der Arbeitsvertrag noch nicht unterschrieben ist, bitte ich um Verständnis, dass ich diese Personalie noch nicht weiter darstellen möchte. Nur so viel, sie hat den Studiengang Nutztierwissenschaft, und im Speziellen im Bereich Pferde, mit dem Masterabschluss beendet. Zu gegebener Zeit wird sich die neue Mitarbeiterin den Mitgliedern bekannt machen und persönlich vorstellen.
 
Damit wird dann meine kommissarische Tätigkeit als Geschäftsführer zu Ende gehen.
 
Da in der vergangenen Woche durch heftige Facebook-Veröffentlichungen wieder einmal die Mitglieder des Hauptausschusses massiv angegriffen wurden, mit der Behauptung, dass der Zuchtleiter Herr Kusserow aus dieser Funktion abgelöst werden soll, möchte ich zu diesem Vorgang Stellung nehmen:
 
Herr Kusserow hatte in der letzten Vorstandssitzung erklärt, dass er von seinem Arbeitgeber, der Landwirtschaftskammer LWK Rheinland-Pfalz mit Dienstsitz Bad Kreuznach, im Aufgabenfeld Berufsausbildung auch in Koblenz zum Einsatz kommen wird. Damit könne er für Arbeiten des Verbandes, außer der reinen Zuchtleitertätigkeit, nicht mehr zur Verfügung stehen. Dadurch ist es zu Unstimmigkeiten in unserer Geschäftsstelle gekommen, z.B. in der Ausstellung der Equidenpässe, die nicht zeitnah abgezeichnet werden konnten und somit auch nur verzögert in Rechnung gestellt und ausgeliefert werden konnten.
 
Da ich als Vorsitzender des Verbandes dem Kammerangestellten Kusserow gegenüber nicht weisungsberechtigt bin, habe ich bei der Spitze der LWK um ein Gespräch gebeten, das dann mit dem Kammerpräsidenten Schindler, dem Kammerdirektor Schnabel und von Verbandsseite durch meinen Stellvertreter Eisenmenger und durch meine Person geführt wurde. In diesem Gespräch, übrigens nicht das erste Gespräch, welches wir im Zusammenhang mit der Zuchtleitung und der früheren Geschäftsführertätigkeit von Herrn Kusserow geführt haben, wurde die Gesamtproblematik, auch unter finanziellen Aspekten, sowie der Verfügbarkeit und die Fahrtkosten- und Spesenabrechnungen beraten. Der Termin einer Ablösung von Herrn Kusserow als Zuchtleiter, so wie er auf Facebook verbreitet wurde, war nicht Gegenstand der Beratung. Es wurde allerdings darüber gesprochen, dass mit der in Aussicht stehenden Neubesetzung der Geschäftsführerstelle durch eine Absolventin im Studiengang Nutztierwissenschaften u.U. auch eine spätere Besetzung der Zuchtleiterposition verbunden sein könnte.
 
Die Gesamtproblematik wurde in der vergangenen Woche auch im Hauptausschuss beraten. Durch Verbreitung dieser News durch Herrn Dr. Bischoff in Facebook, die NICHT durch Mitglieder des Hauptausschusses verbreitet wurden und die daraus entstandene Unruhe im Verband, veranlasste mich, auch vor dem Hintergrund der anstehenden außerordentlichen Mitgliederversammlungen zur Abstimmung über die Satzungsänderung, ein Gespräch mit Kammerdirektor Schnabel und Herrn Kusserow nach zu suchen. Dieses Gespräch kam dankeswerterweise auch kurzfristig zustande.
 
Ergebnis dieses Gespräches:
 
  • Herr Kusserow bleibt weiter Zuchtleiter des Pferdezuchtverbandes Rheinland-Pfalz-Saar.
  • Die Abstimmungen über seine Präsenz in der Geschäftsstelle wurden einvernehmlich geregelt.
  • Die Aufgaben im Zusammenhang mit der Erstellung der Equidenpässe werden in Zukunft zeitnah abgearbeitet und erledigt.
  • Herr Kusserow erklärte sich bereit, die mögliche neue Geschäftsführerin mit dem Vorsitzenden zusammen in dieses Aufgabenfeld einzuarbeiten.
  • Die Abgrenzung der Aufgabenfelder Geschäftsführung und Zuchtleitung müssen künftig klarer definiert werden, um Diskussionen über Zuständigkeiten zu vermeiden.
 
Da es diese Konstellation bisher in unserem Verband nicht gab, erfordert es von allen Seiten ein hohes Maß an Verständnis und den Willen, dass Beste für den Verband und somit für die Mitglieder zu erreichen.
 
Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter, mit diesen Erklärungen, die bereits in der gestrigen Mitgliederversammlung des BZV Rheinland-Nassau ausführlich diskutiert wurden, sollten wieder Ruhe und Vertrauen im Verband einkehren. Ich persönlich bitte aber auch um Verständnis, dass mitunter auch mal unpopuläre Maßnahmen, die nicht gleich Jedem gefallen werden, getroffen werden müssen.
 
In der letzten, außerordentlichen Delegiertenversammlung habe ich verschiedene Problemfelder angesprochen, besonders im Zusammenhang mit der „Baustelle“ Pferdezentrum. Hier müssen die Fakten aufgearbeitet werden, um später eine Entscheidung durch die Delegiertenversammlung herbei zu führen. Auch hier bitte ich um Verständnis, dass, vor allem wenn es um Personen geht, eine notwendige Diskretion gegeben sein muss.
 
Die Form des öffentlichen Breit-Tretens kann nicht der richtige Weg in so einer diffizilen Konstellation sein, so sehr er heute auch für alles und jedes gerne genutzt wird.

Ihr

KH Bange

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