Züchter im Portrait: Gerhard Brengel

 Gerhard Brengel - ein Mann der Tat!


Gerhard Brengel (mitte) inmitten seiner Züchterkollegen.
Foto: Raubuch

In der westlichen Peripherie des süddeutschen Zuchtgebietes, unweit der französischen Grenze, im saarländischen Gersheim-Walsheim, ist der Betrieb des Gerhard Brengel beheimatet. Gerhard Brengel, Vorstandsmitglied im Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar e.V. engagiert sich bereits seit seit mehreren Jahrzehnten der Pferdezucht. Im Jahr 1982 hielt sein erstes Pferd, eine Württemberger Stute von Amor II/Pregel aus der Zucht des Eugen Schill aus Ammerbuch bei Tübingen Einzug in seinen Stall. Mit dieser Stute widmete er sich der Reiterei, wobei die Jagdreiterei einen besonderen Stellenwert hatte. Auf der traditionsreichen Stutenschau in Webenheim, unweit von Zweibrücken, entdeckte er im Jahr 1988 das Fohlen Granada aus der Zucht von Peter Linn, Einöd, der dieses Stutfohlen eigentlich nicht verkaufen wollte. - Dennoch, Gerhard Brengel ließ nicht locker, denn er hatte eine züchterische Vision. Nach langen Verhandlungen mit Peter Linn, die sich von Juni bis Dezember hinzogen, - so erinnert sich Gerhard Brengel - konnte er dann endlich dieses Stutfohlen sein eigen nennen, ... und damit war der Grundstein seiner Zucht gelegt.

Die Stute Granada repräsentiert den leistungsfähigen Zweibrücker Stamm 371. Ihr Vater Grandus, Verbandsprämienhengst, wirkte zeitlebens als Landbeschäler in Rheinland-Pfalz-Saar. Von Anfang seines Wirkens, auf der ehemaligen Station Fußgönheim, war er sehr geschätzt. Zahlreiche hochdekorierte Stuten aber vor allen Dingen Sportpferde auf internationalem Niveau im Dressur- als auch im Springsport ließen Grandus zu einem Leistungsträger besonderer Güte werden. Die Mutter Debora, vom Springen S erfolgreichen Domschatz, war selbst in Vielseitigkeitsprüfungen platziert. In der Zucht brachte Debora u.a. den gekörten Goldstar, Vollbruder zu Granada, der in den USA wirkte. Der im Pedigreehintergrund über den leistungsstarken Vollblüter Arato xx und den Franzosen Buridan sehr blutgeprägte Mutterstamm hat in allen Generationen Sportpferde hinterlassen.

Granada selbst brachte bei Gerhard Brengel 9 Fohlen, wovon 7 Nachkommen Erfolge im Sport aufweisen, darunter die SPR S-Pferde Lagerfeld (v. Lago Maggiore), VPrSt Alegra (v. VPrH Alexis) und Al Bundy (v. VPrH Alexis). Die Granada-Tochter Alisa führt das Erbe dieses Stammes im Hause Brengel fort. Sie war bereits als Fohlen hoch eingeschätzt und hochplatziert bei der Elitestutenschau im Jahre 2000. Die nunmehr 15-jährige Stute brachte in 11 Zuchtjahren 9 Fohlen, darunter auch der 2010 gekörte Stakkino (v. Stalypso), der inzwischen bis SPF M erfolgreich ist sowie weitere, vornehmlich im Springsport, erfolgreiche Nachkommen. Eine ihrer herausragenden Töchter ist die StPrA Contessa (v. Contendro I), 2010 Reservesiegerin der Zuchtstutenprüfung und hochplatziert auf den Landesreitpferdechampionaten.

Der Sport nimmt bei seinen züchterischen Überlegungen einen besonderen Stellenwert ein. So legt er großen Wert auf die Überprüfung der Leistung der Stuten, mit denen er züchtet. Die Nachkommen werden bereits seit zahlreichen Jahren von Heike Körner in Altstadt/Kirkel ausgebildet und für den Sport vorbereitet.
Gerhard Brengel ist seit 1998 Vorstandsmitglied im Pferdezuchtverein Saar und trat dort ebenso wie im Bezirksverband für Pferdezüchter Rheinhessen-Pfalz-Saar die Nachfolge des unvergessenen Peter Linn als zweiter Vorsitzender an. Im Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar ist er neben seinem Amt im Vorstand auch in Stuteneintragungs- und Körkommission tätig.

Gerhard Brengel sieht sich klar als Interessenvertrer der Züchter und leistet Beratung und Hilfestellung in so mancher Hinsicht. So bietet er im Winter auf der Anlage der Familie Reinauer in Einöd den saaländischen Züchter regelmäßig das Freispringtraining an. Hier ist er bei der Vorbereitung zum Freispringchampionat behilflich. Ebenso steht er auch in allen Fragen um die Zucht seinen Züchterkollegen zur Verfügung. - Kurzum: Gerhard Brengel ist ein Mann der Tat. - Seine Aufgabenstellung als Züchtervertreter nimmt er mit Überblick, Sachlichkeit und seiner integrativen Art ernst. Er füllt sie mit Leben und Ideenreichtum.

H.-W. Kusserow
Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

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