PRPS Züchterinfo-Brief zum Jahreswechsel Dezember 2017

Sehr geehrte Mitglieder des Pferdezuchtverbandes Rheinland-Pfalz-Saar,
werte ZücMaWe Bange W50 0600hterinnen und Züchter,

ein sicher nicht einfaches Jahr 2017 neigt sich in wenigen Tagen dem Ende zu.

Zunächst möchte ich allen Mitgliedern sehr herzlich danken, die sich mit viel Idealismus und Engagement den Aufgaben, die in unserem Verband zu bewältigen waren, gestellt haben. Vor allem unsere Jubiläumsveranstaltung im Pferdezentrum mit der Verbandsstutenschau war ein besonderes Highlight, dass viel Einsatz in Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung erforderte. An dieser Stelle möchte ich dem Reiterverein Zellertal-Donnersberg noch einmal sehr herzlich danken, dass wir wegen der starken Regenfälle in den Vortagen, auf dem neuen Turnierplatz des Vereins, die Stutenschauen und das Fohlenchampionat durchführen konnten. Aber auch die anderen Veranstaltungen im Jahresablauf forderten einen hohen Einsatz des Haupt- und Ehrenamtes.

Mein Dank gilt hier ins besondere unseren neuen Mitarbeitern, die sich in kürzester Zeit in die Materie und die Aufgaben der Verwaltung eines Verbandes eingearbeitet haben.

Wie bereits in den letzten Infoschreiben angekündigt und dargestellt, soll die Zusammenarbeit mit unserem AGS-Nachbarverband Baden-Württemberg intensiviert werden. In Gesprächen mit der Verbandsspitze bei verschiedenen Zusammentreffen konnten wir bereits einige Eckpunkte heraus arbeiten. So werden wir unser Ponyforum im April, auch für Pony´s aus Baden-Württemberg ausschreiben, da es eine solche Veranstaltung dort nicht gibt. Ähnliches gilt für unsere Fohlenchampionate im August. Auch hier hat Baden-Württemberg keine vergleichbare Veranstaltung. Gleichzeitig öffnet Baden-Württemberg seine traditionelle Fohlenauktion in Riedlingen im August für Fohlen aus unserem Verband.

Wie Sie alle wissen, waren unsere Verbände in den letzten Jahren mit den gemeinsamen Marktauftritten in der AGS sehr erfolgreich. Die Verkaufserfolge und damit die Ergebnisse konnten stetig gesteigert werden. Mit diesen Ergebnissen sind wir heute auf Augenhöhe mit unseren Mitbewerberverbänden aus Norddeutschland. Für das Unternehmen AGS brauchen wir auch in Zukunft alle unsere Züchterinnen und Züchter um die Qualität zu steigern und die Zahl der angebotenen Pferde auf hohem Niveau zuhalten. Die Vermarktungserfolge der Pferde aus unserem Zuchtgebiet beim Marbacher Wochenende waren sehr gut. Hier bietet sich für unsere Züchterinnen und Züchter eine echte Chance. Das Angebot steht, aber die Qualität muss stimmen und Qualität kommt auch aus einer gewissen Quantität.

Die Zuchtstutenprüfungen sind ein weiteres Feld, auf dem künftig zusammen gearbeitet werden soll. Die Zahl der teilnehmenden Stuten pro Prüfung, sollte gesteigert werden. Dadurch wird auch eine bessere Vergleichbarkeit und ein günstigeres Kosten—Nutzenverhältnis erreicht. Die bisher bei uns angebotenen zwei Termine litten doch unter sehr geringen Teilnehmerzahlen. Durch das gemeinsame größere Angebot an Prüfungsterminen, kann für die Stuten u.U. ein idealerer Zeitpunkt für eine Prüfung wahrgenommen werden. Selbstverständlich werden wir in RPS weiterhin Stutenleistungsprüfungen anbieten.
 
Desweiteren ist eine gemeinsame Nachkörung bzw. Anerkennung von Hengsten für das gesamte Gebiet des Deutschen Sportpferdes denkbar.

Die Zusammenarbeit wurde bereits bei der Körung Anfang Dezember in Zweibrücken durch die Mitgliedschaft der Zuchtleiterin Frau Dr. Carina Krumbiegel aus Marbach in der Körkommission dokumentiert. Wir hätten uns natürlich an dieser Körung einige Hengste mehr gewünscht. Ebenso hätte die Zahl der interessierten Züchterinnen und Züchter deutlich höher sein dürfen. Hier sind wir in Überlegungen, dass Konzept noch einmal zu überdenken und vielleicht den Bereich der Sattelkörung verstärkt anzubieten.

Aus dem zuvor beschriebenen wird deutlich, „wir“ streben eine enge Kooperation unter unseren zwei Verbänden an. Veranstaltun von gemeinsamen Schauen, Leistungsprüfungen und Auktionen sind für die Zukunft sinnvoll und zielführend.            

Wir wollen gemeinsam den Verbund der AGS stärken. Dazu brauchen wir natürlich Sie alle, liebe Züchterinnen und Züchter in Rheinland-Pfalz-Saar und in Baden-Württemberg. Dabei müssen die Mitglieder beider Verbände die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben.

Mit der Verbandsführung in Baden-Württemberg haben wir deshalb vereinbart, dass sich die Vorstände beider Verbände im kommenden Januar zu einer gemeinsamen Sitzung zusammenfinden um die wichtigen Themen zu diskutieren und die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen zu beraten. Natürlich soll das gegenseitige Kennenlernen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Die Gebührenanpassung, die Vereinheitlichung der Prämiensysteme, die Besetzung gemeinsamer Kommissionen und weitere Themen sollen stehen auf der Tagesordnung.

Von größter Wichtigkeit ist die Betreuung der Züchterschaft vor Ort und in der Region. Dieses wird weiterhin gewährleistet sein. Daher hat unser Verband, wie Sie sicherlich bereits auf unserer Home-Page sehen konnten, die Stelle einer/eines Verbandsmanagerin/-manager zum bald möglichsten Eintritt ausgeschrieben.                                                    

Auf eigenen Wunsch wird der bisheriger Geschäftsführers unseres Verbandes, Herr Kusserow, die Position des Geschäftsführers zum 31.12.2017 aufgeben. Er wird uns aber weiterhin von seinem originären Arbeitgeber, der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, als Zuchtleiter zur Verfügung gestellt. An zwei bis drei Tagen pro Woche wird er dann in unserer Geschäftsstelle unter den bekannten Telefonnummern erreichbar sein.

Der Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar möchte sich an dieser Stelle bei Herrn Kusserow für seinen außerordentlichen Einsatz in der Geschäftsführung, mit den vielfältigen Herausforderungen die diese Aufgabe mit sich gebracht hat, sehr herzlich bedanken.

Ein weiteres Thema dieses Schreibens sind die Veränderungen die durch EU-Verordnungen auf die deutschen Pferdezuchtverbände zu kommen werden. Das wurde in der Sitzung aller Zuchtverbände bei der FN Anfang Dezember bearbeitet und beschlossen. Ein großes Thema ist die Arbeit mit jungen dreijährigen Pferden unter dem Aspekt Tierschutz. Hier steht die gesamte Pferdebranche im Fokus der Tierschützer.         

Weitere Themen aus diesem Spektrum: Schenkelbrand unter Ausschluß von Schmerzen, gezieltes Freispringen von Fohlen zur Vermarktung, Turniereinsatz von Dreijährigen, Fremdreitertest bei Championaten der dreijährigen Pferde, usw.

Die nach EU-Recht neu gefassten Zuchtprogramme wurden, für 86 Rassen die in Deutschland gezüchtet werden, verabschiedet und werden ab dem Zuchtjahr 2019 gültig. Die Zuchtjahre beginnen ab dann am 01. Januar und nicht mehr am 01. November. Zu diesen Punkten müssen alle Satzungen überarbeitet werden. Die Zuchtprogramme sollten nicht mehr Teil der Satzung sein, damit Änderungen nicht mehr als Satzungsänderung deklariert werden müssen. Auch wird die Unterteilung des Zuchtbuches geändert. Damit können Zuchttiere schneller vom Anhang (Vorbuch) in die Hauptabteilung des Zuchtbuches aufsteigen.

Desweiteren wird dann auch bereits das Fohlen in einem Fohlenbuch beim Verband geführt.

Zum Schluß meiner Ausführungen möchte ich mich nochmals bei Ihnen sehr herzlich bedanken. Das vergangene Jahr hat sicher erhebliche Kraft gekostet und einige Dinge waren auch nervenaufreibend. Wir sollten uns aber alle gemeinsam auch an den schönen Ereignissen und Erfolgen erfreuen. Es ist nicht jeden Tag Sonnenschein. Nach einem Gewitter scheint in aller Regel auch wieder die Sonne, auch im übertragenen Sinne.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Fürs Neue Jahr alles Gute, Gesundheit und Glück in Haus und Hof. Liebe Züchterinnen und Züchter, bleiben Sie uns wohl gesonnen und tragen Sie die anstehenden Veränderungen, auch wenn die Eine oder Andere nicht jedem gefallen wird, mit. Die Menschheit lebt seit eh und je von Veränderungen die es zu meistern gilt. Wenn man in einem Fluß nicht gegen die Strömung an schwimmt, wird man abgetrieben.


Herzliche Grüße

Ihr KH Bange

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