Detlef Schwolow kommentiert:

Jubiläum des Pferdezuchtverbands Rheinland-Pfalz-Saar
FoCha Ponyrichter marioth 79J4930Die grünen Verbandsfarben strahlten zum Jubiläum in Standenbühl! - Ein Preuße aus dem Brandenburger Havelland, eingeladen als Richter für die Pony- und Kaltblutrassen, reiste 630 km (davon ca. 500 km im Starkregen) am Freitag ins Pferdezentrum Standenbühl und am Sonntagabend bei strahlendem Sonnenschein mit allerbesten Eindrücken, Erlebnissen und Informationen nach erfolgreichem Verlauf der Jubiläumsschautage zurück nach Brandenburg.


1. Das Fohlenchampionat
Der Samstag gestattete bei nur einem Schauring, dafür Non-Stopp, auch den Blick auf die rheinland-pfälzischen DSP- und Trakehnerzuchtprodukte. Trotz unbeständigen Wetters - allerbeste Bedingungen auf dem Vorführplatz!
Die Rassenvielfalt verlangte zahlreiche Ringe, insgesamt 6 bei den PKS-Rassen, vom Shetlandpony bis zum Pfalz-Ardenner Kaltblut. Meine Richterkollegin, Sabine Schoch, Vorstandsmitglied in B-W und ich stellten sich dem offenen- getrennten Richtverfahren und somit war es jedem Züchter möglich, die offen dargelegten Bewertungen zu interpretieren, zu gewichten und ggf. zu hinterfragen, was übrigens auch mehrfach genutzt wurde, auch noch Tage nach dem Schauwochenende per Telefon.Die Rechenstelle war dann kurzer Hand mit der Gesamtnote über Lautsprecher präsent zur Schleifen- und Schärpenüberreichung. Beeindruckende Fohlen, wenn auch mitunter schwer zu vergleichen!
Vom Shetlandpony und Deutschem Partbred Shetlandpony mit den jeweiligen Mini – Typen, sowie den Welsh A – D ließen sie sich dann für die Medaillenränge herausfiltern, ehren und mit dem Zuchtrichterkommentar herausstellen. Die Mehrens der Zuchtstätte Michaela Scholl, Veldenz, konkurrierte unter sich, während der Welsh-Ring mit dem überragendem „Schönborns Gino“ (Z.: Isabell Tschöpke) brillierte. Wieder ein Nachkomme des bewährten Welsh C-Vererbers „Good Luck Gromit“. Das große Aufgebot der Haflinger und Edelbluthaflinger wusste zu begeistern! Die Zuchtstätten Timo Klei aus Kleinich, Kirsten und Martina Schonung aus Kaiserslautern, sowie Thomas und Monika Christian aus Hangard waren hier am erfolgreichsten. Die Deutschen Reitponys mit 5 Fohlen zeigten sich sehr unterschiedlich. Insbesondere in Typ und Gebäude wurden die höchsten Noten vergeben. Nach dem vorgegebenen Bewertungsmodus erhielt die goldene Schleife das braune Hengstfohlen aus der Zuchtstätte von Michael und Andrea Feuerle aus Bischheim, gezogen aus der „Noix De Coco“.
Ein Highlight war die Kollektion der Kaltblutfohlen (7). Typstärke, Gebäudeharmonie, Bewegungsabläufe mit Mechanik, Potential und Vermögen veranlassten die Richter zur Notengebung im höchsten Bereich, mehrfach würde die „9“ bis „9,5“ vergeben! Die Züchter Lothar Walter aus Ellweiler und Ronald Teubner aus Oberhausen bestimmten das Niveau der Pfalz-Ardenner Kaltblüter.

2. Verbands- und Elitestutenschau
Der Ring 3, Pony- und Kaltblutstuten, wurde kurzentschlossen nach Züchterveto vom Rasenplatz in die Reithalle verlegt. Teamwork aller Ehrenamtler bescherte damit den Ausstellern gute Bedingungen.
Wenn auch mit zahlenmäßig kleinen Klassen, so präsentierten die Züchter des Fjordpferdes, der Tinker und Welsh souverän und mit Begeisterung ihre Zuchtstuten. Anders bei den Classic Ponys (5). Hier prägte die Hengstnachkommenschaft des „Jabolo“ und „Jolly Jumper“ vom Züchter Kurt Broschart aus Weselberg die Stutenqualität. Zwei Züchter des Deutschen Reitponys bestimmten die Stutenqualität und das sehr eindrucksvoll! Michael und Andreas Feuerle, sowie die ZG Becker trumpften mit ihren Bewegungswundern „Miss Molly“ (4jg.) und „Extravagant“ (3jg.) auf. Die Klassen der Shetlandpony und PbShP repräsentierten eine breite Vielfalt in Typ, Farbe und Bewegung. Die Züchter Dr. Ute Stauffer-Bescher, Beatrix Daum und Tina Selber, sowie Michaela Feilbach setzten die Qualitätsmaßstäbe. Beeindruckend, wie ein Züchter (Präfix Pfalz-Dart-) allein 4 Klassen und 2 Familien, leider ohne Fohlen, präsentiert! Trotzdem, welch ein Aufwand und Engagement von Ulrich Tettenborn! Der Aufmarsch der Haflinger in beeindruckender Zahl und Qualität über 4 Klassen erforderte beim Richterteam höchste Konzentration. Wolfgang Kühlechner (Bayern) als Rasseexperte und langjähriger AGS-Vorsitzender Abt. PKS-Rassen, erwies sich als loyaler Partner und Lehrmeister. Erstes herausragendes Ergebnis: alle sechs 3-4 jährigen erhielten die Staatsprämienanwartschaft, verkündet durch Dr. Nebe. Die Zuchtstätte von Claudia Wendel dominierte gleich mit 3 Jungstuten. Jeweils eine weitere Klassensiegerin stellten Franz Joseph Koch, die ZG Hofer, sowie Hans-Joseph Stein.
Bei 6 Klassen der Pfalz-Ardenner fanden die 5-6 Jährigen die höchste Wertschätzung. Eine erlesene Qualität an Kaltblutadel mit dynamischem Bewegungspotential bis hin zur Ehrenklasse. Die Züchter Lothar Walter, Holger Bossong, Klaus und Birgit Schnebele bestimmten den hohen Qualitätsmaßstab.
Im Resümee hinterlässt das Verbandsjubiläum mit beiden Schautagen, dem Festabend mit seinen Festrednern aus Politik und Förderverein, den Vertretern der AGS-Zuchtverbände, sowie der Trakehner einen bleibenden Eindruck bzgl. gelebter Züchterpassion, Züchterstolz, Teamgeist und regionaler Verbundenheit. Bestechende Organisation durch ein engagiertes Team. Insgesamt eine Glanzleistung von Zuchtleiter Hans-Willy Kusserow und dem Vorstand um den Präsidenten Karl-Heinz Bange.

Ihr Detlef Schwolow
-Zuchtrichter-
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