Information des Vorsitzenden

Sehr geehrte Züchterinnen und  Züchter,
MaWe Bange W50 0600unser Pferdezuchtverband, der in diesem Jahr am 12. und 13. August sein 40-jähriges Bestehen mit einer Verbandsstutenschau, in die auch die Landesstutenschau des Trakehnerzuchtbezirkes Rheinland-Pfalz-Saar-Luxemburg eingebunden ist, im Pferdezentrum Standenbühl feiern wird, ist zur Zeit in einer nicht einfachen Situation.
Daher möchte ich Sie über den derzeitigen Stand der Beratungen und der personellen Situation informieren. In den letzten Tagen ist eine erhebliche Verunsicherung der Züchterschaft festzustellen, die unter anderem durch einseitige Darstellungen in den sozialen Medien entstanden ist.  An diesen Diskussionen möchte ich mich ausdrücklich nicht beteiligen und mich in diesem Schreiben auf die Fakten bzw. auf die augenblickliche Situation beziehen.
Nachdem bekannt wurde, dass uns einige unserer langjährigen Mitarbeiter/innen verlassen haben, die anerkanntermaßen für uns geschätzte Mitarbeiter/innen waren, hat sich der Vorstand umgehend mit der Personal- und Gesamtsituation des Verbandes auseinander gesetzt. Vor dem Hintergrund der Vorträge und Wortmeldungen anlässlich der letzten Delegiertenversammlung Ende April bzgl. der Fusionsgespräche mit angrenzenden Verbänden, ist der Vorstand mit großer Mehrheit zu der Überzeugung gelangt, dass sich zur Verwirklichung einer Fusion mit einem reinen Ponyverband keine Perspektive für die Gesamtheit unserer Züchterschaft bietet. Auch kann ein Auseinanderreißen der Züchterschaft in Warmblutzüchter,  Pony- und Kleinpferdezüchter sowie Kaltblutzüchter für die Zukunft keine Alternative sein.
Daher wurde im Vorstand der einstimmige Beschluss gefasst, durch Kooperation im Bereich der Verwaltung und Stutbuchführung mit dem Nachbarverband Baden-Württemberg die Selbstständigkeit unseres Verbandes zu erhalten.
In einer Veröffentlichung auf der Homepage unseres Verbandes, die mit dem Verband der Pferdezüchter Baden-Württemberg abgestimmt war, wurde unsere Züchterschaft bereits Anfang Juni informiert und mit ca. 1.300 Zugriffen ist diese Veröffentlichung auch  auf breites Interesse gestoßen.
Dabei soll vor allem die Betreuung unserer Züchterschaft vor Ort weiterhin eine hohe  Priorität haben. Das heißt aber auch, dass der Verband sich auf der Verwaltungsebene verschlanken muss. Mit diesem Gedanken sind wir bei den Kollegen in Baden-Württemberg auf offene Ohren gestoßen, zumal dieser Verband in der Datenverarbeitung bei den Zuchttieren auch, wie unser Verband, dem VIT in Verden angeschlossen ist. Gleichzeitig hat die Geschäftsstelle in Marbach   personelle Unterstützung in der Einarbeitung unserer zum 01.06. neu eingestellten Mitarbeiterin, Frau Bettina Auerbach, zugesagt. Zeitnah sind zwei Mitarbeiterinnen aus Marbach bereits zum Kennenlernen und Abgleichen der möglicherweise unterschiedlichen Arbeitsabläufe in unserer Geschäftsstelle in Standenbühl gewesen. Das Organisieren dieser Kooperation braucht selbstverständlich eine gewisse Zeit und kann natürlich nicht von „Jetzt auf Gleich“ vollständig und reibungslos von statten gehen. Daher bitte ich bereits jetzt um etwas Nachsicht und Geduld, wenn am Anfang vielleicht noch nicht alles ganz reibungslos abläuft.
Desweiteren haben wir für´s nächste halbe Jahr einen langjährigen, erfahrenen Mitarbeiter aus einem anderen Verband zur aktuellen Bearbeitung der Stutbucheintragung  und Fohlenregistrierung eingestellt.  Er kennt sich mit den Abläufen auf den Zuchtterminen bestens aus.
Für die nähere Zukunft liegen personelle Bewerbungen im Verband vor. Diese Bewerber sind noch im Master-Studiengang gebunden und für die aktuelle Fohlen- und Eintragungssaison noch nicht verfügbar, stellen aber eine gute Option für die Zukunft dar.
Ziel ist es, dem Verband und unserer Züchterschaft eine Zukunftsperspektive zu bieten, damit unsere Züchterinnen und Züchter weiterhin Zugang zu den Märkten haben, die wir in den letzten Jahren im süddeutschen Verbund gemeinsam aufgebaut haben. Hier haben wir durch unsere der Verbandsgröße entsprechend festen Kontingente und auch durch flexible Kontingente einigen Spielraum, den wir nur als eigenständiger Verband wahrnehmen können, der die gleichen Stimmrechte wie die größeren süddeutschen Verbände hat. Gleiches gilt im Übrigen für die Beschickung der Bundeschampionate, da die Startplätze in den Reitpferdeprüfungen auch über Verbandskontingente vergeben werden.
Entgegen einigen, bereits an Rufmord grenzenden Meinungsäußerungen in den neuen Medien oder auch vereinzelt in Zeitungsveröffentlichungen dargestellten Situationsbeschreibungen unseres Verbandes, steht der Verband weder vor einer Zahlungsunfähigkeit noch vor einer anderen existenzgefährdenden Finanzlage. Ich bin weit davon entfernt, die Gesamtlage schön zu reden. Die Delegiertenversammlung hat das ausgesprochen positive Ergebnis im operativen Haushalt zur Kenntnis genommen, wobei die Abschreibungen für das Pferdezentrum und die Geschäftsstelle sowie die offenen Forderungen den Haushalt nach wie vor beeinträchtigen. Die Zahlungsfähigkeit war immer gegeben, genauso wie die Tilgung der Kredite. Das Pferdezentrum ist verpachtet und die neue Pächterin stellt auch Pferde unserer Züchterschaft zur Ausbildung ein. Die Wohnungen sind renoviert und komplett vermietet. Dieses war in früheren Jahren nicht immer gewährleistet und hat den Haushalt entsprechend belastet.
Mit hohem Arbeitseinsatz auf der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Ebene konnte das Pferdezentrum in einem guten Gesamtzustand erhalten werden und diese guten Geister sind auch weiterhin gewillt, diesen Einsatz zu leisten.
Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter, als Verantwortliche des Verbandes möchten wir Sie bitten, unserem Verband die Treue zu halten und nicht irgendwelchen Versprechungen oder Verlockungen Anderer nachzugeben. Denn nur gemeinsam lässt sich auch für unseren kleinen Verband die Zukunft gestalten. Die Aufgaben sind vielfältig und aus der aktuellen Situation nicht einfach zu bewerkstelligen. Daher bieten wir Ihnen vier Züchterinfo-Termine (siehe unten) in den Regionen des Verbandes an, um Ihnen die Perspektiven aufzuzeigen und mit Ihnen in einer sachlichen Diskussion den Weg in die Zukunft der weiteren Selbständigkeit des Pferdezuchtverbandes Rheinland-Pfalz-Saar zu gestalten.

Ihr
Karl-Heinz Bange

Die angekündigten Termine:

Region Koblenz
Mittwoch, 12.Juli  2017, 20:00 Uhr
Gut Birkenhof, 56579 Bonefeld, Tel: 02634-96550

Region Trier
Donnerstag, 13.Juli  2017, 20:00 Uhr
Hotel Restaurant Estricher Hof, Estricher Hof 85, 54296 Trier-Konz, Tel: 0651-938040

Region Zweibrücken/Saar
Dienstag, 18.Juli  2017, 20:00 Uhr
Hotel Europas Rosengarten, Rosengartenstr. 60, 66482 Zweibrücken, Tel: 06332-9770

Region Kaiserslautern
Mittwoch, 19.Juli  2017, 20:00 Uhr
Hotel & Restaurant Barbarossahof, Eselsfürth 10, 67657 Kaiserslautern, Tel: 0631-4144296
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