Süddeutsche Ponykörung in Alsfeld 2012

Nur Qualität bringt die Zucht weiter

shetty julia rau alsfeld jr 061012 0849Zur diesjährigen Süddeutschen Ponyhengstkörung in Alsfeld traten insgesamt 26 Hengste aus den Mitgliedsverbänden der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Pferdezuchtverbände an. Hinzu kamen fünf bereits gekörte Hengste zur Eintragung und/oder Prämierung.
Diese Anzahl und auch das Ergebnis von nur sieben gekörten Junghengsten stimmt nachdenklich und spiegelt gleichzeitig die allgemeine, derzeit kritische Situation der Pferde- und Ponyzucht wider. Unabhängig von zahlenmäßigen Rückgängen muss aber der Qualitätsanspruch hoch bleiben. Der alt bekannte Spruch „für die Zucht ist das Beste gerade gut genug" hat zeitlos Gültigkeit. Nur für qualitätvolle Pferde und Ponys können angemessene Preise bzw. überhaupt ein Markt erwartet werden.
Wie in den vergangenen Jahren entschädigten aber wieder die Spitzenhengste der Körung für anderweitige Enttäuschungen. In diesem Jahr kam der Gesamtsieger aus der Rasse Shetland mit dem in jeder Hinsicht überzeugenden Rapphengst Wilko von Obernissa (Züchter und Besitzer: Eberhard Weinschenk, Obernissa). Er erhielt auch die Schärpe des Rassesiegers und vertrat das traditionell in der Shetland-Zucht starke Zuchtgebiet Sachsen-Thüringen.
Als weitere Rassesieger sind der typstarke Welsh-Hengst Ovation (Sektion A, Yvonne Barthel) aus Brandenburg-Anhalt, der bewegliche Fjord-Hengst Kjeld (Peter Heck) aus Hessen und der grundsolide, schwungvoll trabende Reitpony-Hengst Vulkan (ZG Schlosser) aus Rheinland-Pfalz-Saar zu nennen.
Unter den bereits gekörten Hengsten zur Süddeutschen Prämierung übernahm der fünfjährige Fjordhengst Kalino (Alexander Jäger) die Spitze. Mit vielseitiger Veranlagung und guter Leistungsprüfung verdiente er sich den Titel „Süddeutscher Prämienhengst".

Florian Solle


Die Süddeutsche Ponyhengstkörung Alsfeld aus Sicht des Pferdezuchtverbandes Rheinland-Pfalz-Saar e.V.

Mit der gemeinsamen süddeutschen Ponykörung verfolgt die AGS das Ziel größere Vergleichsgruppen innerhalb der verschiedensten Ponyrassen auf einem Körplatz zu sichten und zu vulkan reservesieger julia rau alsfeld jr 061012 0968selektieren. - Eine züchterisch fraglos gute Idee!
In diesem Jahr hätten sich alle Verantwortlichen etwas mehr Beteiligung der Züchter mit ihren Junghengsten gewünscht. Prüft man die Herkünfte der Ponys, so entfällt gerade mal etwas mehr als 50 % aller vorgestellten Ponyhengste auf die süddeutschen Zuchtgebiete.
Für die Züchter aus Rheinalnd-Pfalz-Saar, dem kleinesten Zuchtgebiet der süddeutschen Allianz konnte die Veranstaltung mit einem sehr erfreulichen Ergebnis abgeschlossen werdem, stellte doch der traditionsreiche Reitpony-Zuchtbetrieb des Engelbert Schlosser mit Vulkan den Rassesieger bei den Reitponys und Reservesieger über alle Rassen. Herzlichen Glückwunsch! - Vulkan war bereits im Jahr 2009 vielbeachtetes Siegerfohlen des Fohlenchampionats Rheinland-Pfalz-Saar. Er setzte damit seine Erfolgskarriere vorbildlich fort. Dieser Reitponyhengst ist einmal mehr ein Beispiel für die Passion und das langfristige Denken, die für die Pferdezucht erforderlich sind. Vulkan repräsentiert den Stamm der 1970 geborenen Ausnahmestute Natascha, die 2 gekörte Söhne, zahlreiche hocherfolgreiche Sportponys sowie einen mittlerweile weitverzweigten Stutenstamm hinterließ. Der Stutenstamm lieferte u.a. den Verbandsprämienhengst Cyros, der sportlich in Dressur und Springen hocherfolgreich war, sowie die Eliteschausiegerstute Diva v. Baron, Mutter des Vulkan. - Hier bewahrheitet sich der oftmals zitierte Spruch: „Züchten heißt in Generationen denken". - Dies setzt sowohl das Kennen der Stute und deren Leistungen als auch Vererbung voraus. Ebenso liefern die Leistungen der Nachkommen wertvolle züchterische Entscheidungshilfen bzw. Selektionshilfen. - Die heute oftmals bundesweit organisierten Pferdezuchtorganisationen stehen vor großen Aufgaben, damit die über das Registrieren der Fohlen weit hinausgehenden Verbandsaufgaben der Zuchtplanung, Selektions- und Züchterberatung erfüllt werden. Dem persönlichen Züchterkontakt und dem Kennen der Stutenlinien ist nach wie vor große Aufmerksamkeit zu schenken. Bei allen Vorteilen und oftmals Notwendigkeiten der bundesweiten Orientierungen muss beachtet werden, daß hinter jeder Zucht und jedem Zuchterfolg individuelle Persönlichkeiten stehen, .... Züchter und Pferde.
Bei den bereits gekötren Hengsten, die zur süddeutschen Anerkennung bzw. Prämierung anstanden, gab der im Frühjahr beim Ponyform gekörte Welsh B Hengst Temptation (Besitzer: Ann Zipp, Rheinböllen) einmal mehr eine gute Visitenkarte ab. Typvoll und kess wusste er sich vorteilhaft in Szene zu setzen.

H.-W. Kusserow, LWK RLP

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